
über uns
Die Asienreporter, also wir, leben und arbeiten inmitten der Hutongs im Herzen Pekings. Das sind die kleinen Gassen in der Altstadt, wo kreischende Dreiradfahrer Innereien für die Nudelsuppe bis vor die Haustür liefern, wo SIE gerne in plüschigen Pantoffeln und ER mit aufgerolltem Unterhemd flanieren gehen. Genau dort, am Ende einer kleinen, versteckten Sackgasse haben wir uns vor 2 Jahren ein traditionelles chinesisches Hofhaus restauriert und in ein gemütliches Heim, Studio und Büro verwandelt. Unser Besuch sagt gerne mal: "Ach, wenn wir gewusst hätten, dass das so schön ist in den Hutongs, würden wir auch gerne so leben." Idylle bedarf eben auch einer gewissen Vorstellungskraft, vor allem wenn sie schräg gegenüber einer öffentlichen Notdurftstation liegt. Für unsere Nachbarn ist dies übrigens der Ort, an dem man sich trifft, um den neuesten Tratsch auszutauschen. Öffnen wir die Tür in UNSER kleines Reich, heisst das für sie "hereinspaziert" zu den "laowai" (Ausländern) und für uns: Stoff für neue, wunderbare, kuriose Geschichten MITTEN aus dem Reich der Mitte.
Pia Schrörs
Jahrgang 1976.
Mit einer Kamera und einem Schnittlaptop unterm Arm bin ich nach Beendigung der Journalistenschule im Mai 2007 nach China gezogen. Es war ein Experiment. Ob das Projekt funktionieren würde, konnte mir auch bei RTL niemand versprechen. Nach 3 Wochen investierte ich 1000 Euro und reiste zu einer Flutkatastrophe nach Guangdong. Klatschnass und knietief im Schlamm gab ich mein TV-Debüt aus China. Seitdem bin ich die China-Korrespondentin der RTL Gruppe und häufig rund um die Uhr im Einsatz. Bis heute drehe ich den Großteil der Bilder meiner Beiträge selbst und produziere sie anschließend sendefertig in meinem kleinen "Studio". Manchmal ist mir danach, die Technik an der Bürowand zu zerschmettern, zum Beispiel morgens um 4, wenn mal wieder alles abgestürzt ist. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass meine Arbeitsweise durchaus Vorteile hat, vor allem in einem Land wie China. Im Erdbebengebiet konnte ich jeden Tag eine eigene Reportage liefern, die ich häufig noch im Auto geschnitten und vertont hatte. Für meine Interviewpartner bin ich nicht nur die Kamerafrau, sondern auch ihr Gesprächspartner. Hinzu kommt: Je weniger Technik, je kleiner das Team, desto weniger fällt man auf. Und mal ehrlich, wie herrlich ist es, wenn man sich den Aufsager, den man vom Stativ alleine gedreht hat, im Schnitt zum ersten Mal ansieht und dann feststellt, dass die ganze Zeit ein neugieriger Koch samt Duschhaube versetzt hinter einem stand? Ach, dafür liebe ich sie, die Chinesen.
Auszeichnungen:
Nominierung Marler Fernsehpreis für Menschenrechte 2009
Nominierung CNN Journalist Award 2009 - RTL Aktuell Newsblock
Vor China:
Volontariat an der RTL Journalistenschule Köln, mehrjährige Ausbildung in Kamera und Schnitt.
Hospitanzen, Praktika und freie Mitarbeiten bei: Deutsche Welle TV, RBB Berlin (Hörfunk und TV), Radio Taiwan International, Interpool TV, Radio FR 1... und einige mehr
Abgeschlossenes Hochschulstudium in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Jura und Geschichte.
Marcel Grzanna
Jahrgang 1973.
Schreiben kann manchmal zur Qual werden. Wenn ich zu Zeiten der Schreibmaschine groß geworden wäre, ich hätte mindestens dreimal so viel Papier weggeschmissen wie abgeheftet. Aber schon der ewige Journalisten-Nörgler Wolf Schneider hat gesagt: "Qualität kommt von Qual".
In China arbeiten zu dürfen, nehme ich als echtes Privileg wahr. Dabei hätten mich vor zehn Jahren noch keine zehn Pferde hierhin verschleppt. Ich kann verstehen, wenn jemand das Gesicht verzieht, wenn ich ihm sage, dass ich in China lebe. Zugegebenermaßen tragen wir Journalisten eine Mitverantwortung daran, dass der Ruf dieses Landes nicht der allerbeste ist. Aber von nichts kommt nichts.
Seit Herbst 2009 bin ich Wirtschafts-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Der Weg dorthin führte mich in den vergangenen Jahren über Texte in der Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau, Wirtschaftswoche, Tagesspiegel, Spiegel Online, ARD.de, taz, Aachener Zeitung, Neue Presse Hannover, Mittelbayerische Zeitung, Neue Osnabrücker Zeitung... und etliche mehr. Und irgendwann werde ich ein Buch schreiben über die nervige Frau Krause, über den irren Landlord und die ganzen anderen skurrilen Typen, die Tag für Tag unser Leben bereichern. Wer dann nett fragt, bekommt auch 'ne Signatur.
Hochschulstudium: Politik- und Verwaltungswissenschaften
Vor China:
Langjährige freie Mitarbeit bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, zuletzt Büroleiter der Redaktion Berlin des Sportinformationsdienst.
Volontariat Media Sportservice West