
Noch ein chinesisches Blutbad- 07.07.2009
Das war kurzer Prozess. Ehe die Nachricht von blutigen Krawallen in der autonomen chinesischen Region Xinjiang um die Welt gegangen war, hatten die Chinesen die Lage längst wieder unter Kontrolle. In der Nacht von Sonntag auf Montag gab es ein Blutbad in der Provinzhauptstadt Urumqi, mindestens 140 Menschen starben. Schon am Montagnachmittag lud China ausländische Journalisten zum Ort des Geschehens ein, damit die sich selbst ein Bild von der Lage machen könnten.
Diese Geschwindigkeit spricht einerseits für die Entschlossenheit der Chinesen, mit der dieser erneute Aufstand einer ethnischen Minderheit niedergestreckt wurde. Und es spricht andererseits dafür, dass China bestens vorbereitet war auf solch einen Tag. Als habe man förmlich darauf gewartet. Es sind eben auch die Lehren aus dem Vorjahr, als die Unruhen in Tibet die Chinesen mehr oder minder überraschten, und einige Tage vergingen, ehe die Lage unter Kontrolle gebracht wurde. Das war nicht gut für das Image des neuen Global Players. Jetzt schon wieder ein Blutbad ist auch keine gute Promotion für die weltoffene Diktatur. Aber immerhin ist in zwei, drei Tagen das Medienecho wieder vorbei. Das begrenzt den Schaden.